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Vegetarisch und vegan in der Schwangerschaft?

Vegetarische und vegane Ernährung ist im Trend. Immer mehr Menschen verzichten aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen auf Fleisch oder sogar gänzlich auf tierische Produkte.

In Zeiten von Gammelfleisch, Pferdefleisch in der Bolognese und anderen Lebensmittelskandalen, erscheint vegetarische Ernährung vielen als gesunde Alternative. Mit Öko-Latschen, dem Klischee der Körnerfresser und militanter Gutmenschenkeule hat die Bewegung schon lange nichts mehr zu tun. Vegetarismus kennzeichnet eine „lebendige“ Leben-und Ernährungsweise (von lat. vegetus = frisch, lebendig), weshalb Vegetarier neben Nahrungsmitteln auf Pflanzenbasis nur Produkte verzehren, die von lebenden Tieren stammen. Käse, Milch oder Honig sind erlaubt, Fleisch, Fisch und daraus hergestellte Produkte, wie z.B. Gelatine werden gemieden.

Doch wie sieht es in der Schwangerschaft aus? Kann vegetarische und vegane Ernährung sicherstellen, dass die Mutter und das ungeborene Baby optimal mit Nährstoffen versorgt werden?

In den Anfangsmonaten ist das Wachstum des Fetus noch so gering, das mit Ausnahme von Folat kein erhöhter Bedarf an Nährstoffen besteht. Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat sollte jedoch darauf geachtet werden, die Zufuhr von Protein, essentiellen Fettsäuren, der Vitamine A, B6 und B12, sowie Mineralien, wie Eisen, Zink und Jod zu erhöhen. Der Proteinbedarf erhöht sich beispielsweise um rund 20%, da für das Wachstum des Babys und der Plazenta laufend neues Gewebe gebildet werden muss. Tierische Proteinquellen enthalten gegenüber pflanzlichen Lebensmitteln, wie Hülsenfrüchten und Nüssen meistens mehr gesättigte Fettsäuren und Cholesterin und sollten deshalb nicht übermäßig konsumiert werden. Bei vegetarischer Ernährung ist eine ausreichende Proteinzufuhr meist gesichert, da die Proteinversorgung der Allgemeinbevölkerung bereits deutlich höher als notwendig ist. Schwangere Veganerinnen können ihren erhöhten Proteinbedarf über eine breite Auswahl pflanzlicher Lebensmittel decken, wie etwa Seitan oder Sojaprodukte.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (DHA) sind für die Entwicklung des Gehirn und der Augen des Babys wichtig. DHA kommen vorrangig in Fischölen vor. Will eine Schwangere darauf verzichten, kann ein Teelöffel Leinöl pro Tag eine gute Alternative sein. Durch den Konsum von Eiern können zusätzlich kleine Mengen von DHA aufgenommen werden.

Besonders wegen Vitamin B12 ist eine vegane Ernährung in der Schwangerschaft bei manchen Experten umstritten. Bei Vitamin B12, das für den Aufbau roter Blutkörperchen und für die Funktion des Nervensystems mitverantwortlich ist, handelt es sich um ein essentielles Vitamin, das vom menschlichen Organismus nicht selbst hergestellt werden kann. Auch Tiere und Pflanzen sind dazu nicht in der Lage, einzig Algen und Mikroorganismen gelingt die Produktion. Ein Mangel kann zu Komplikationen und neurologischen Schäden des Kindes führen. Im Rahmen einer lakto-(ovo)-vegetarischen Ernährung kann der Bedarf über den Verzehr von Milchprodukten und Eiern gedeckt werden. Bei einer veganen Ernährung sollten mit Vitamin B12 angereicherte Lebensmittel verzehrt werden, möglicherweise sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll. Anhand einer regelmäßigen Überprüfung der Blutwerte kann einem Mangel vorgebeugt werden.

Fazit:

Eine lakto-(ovo)-vegetarische Ernährung stellt in den meisten Fällen eine gute Nährstoffversorgung während der Schwangerschaft sicher. Bei Veganerinnen bedarf es während der Schwangerschaft einer sorgfältigen Planung, um dem veränderten Energie- und Nährstoffbedarf gerecht zu werden. Individuelle Mängel einzelner Nähstoffe können durch Blutuntersuchungen vom Arzt diagnostiziert und mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden, um die Gesundheit von Mutter und Kind zu gewährleisten.