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Das Wunder der Geburt weltweit

Klapperstorch, Wäscheleine oder Babypinkeln - so werden hierzulande Neugeborene willkommen geheißen. Lest hier mit welchen Bräuchen und Riten andere Nationen die Ankunft ihres Nachwuchses feiern.

Gelb gilt in Brasilien als Glücksfarbe für Babys. Für die Heimfahrt und eine sichere Ankunft im Haus der Eltern, werden ihnen im Krankenhaus Strampler in der Farbe Gelb angezogen. Ähnlich ist es in Spanien und Italien – nur in Rot: Hier sucht entweder die Patentante des Babys oder die Schwiegermutter der frischgebackenen Mutter ein rotes Glückshemdchen für das Kleine aus.

In Frankreich sind süße Zuckermandeln ein traditionelles Geschenk für Neugeborene. Babymädchen erhalten dabei von Verwandten und Freunden der Eltern rosafarbene, Babyjungs blaue Mandeln.

Weiter geht’s nach Fernost. In Japan werden Babys an ihrem zehnten Lebenstag mit einem Ritual in die Gemeinschaft aufgenommen. Die engste Familie kommt zusammen, wenn das Baby im Shinto-Tempel gesegnet wird. Die Oma des Neugeborenen darf ihr Enkelkind tragen, das traditionell in einem weißen Kimono gekleidet ist.

Im afrikanischen Togo wird am siebten Tag nach Geburt eines Babys ein Brauch durchgeführt, der den Winzling auf sein Leben vorbereiten soll. Dafür wird ein Gefäß mit vielen verschiedenen Kräutern und Wasser gefüllt und über das Dach des Elternhauses geschüttet. Das Baby wird dann durch das hinunterlaufende Wasser getragen – für einen Guss voller Glück.

In Indien ist das sogenannte „Rauchbad“ ein wichtiges Ritual nach der Geburt eines Babys. Dafür werden die Kleinen über ein Feuer gehalten, dem häufig Weihrauch oder Harz zugegeben wurde, was sie vor Geistern und Krankheiten schützen soll. Klingt erst mal gefährlich, doch dieser Brauch ist weit verbreitet. Auch in einigen afrikanischen Regionen und bei den Aborigines in Australien findet man ihn. Indische Eltern gehen bei ihrem Nachwuchs auf Nummer sicher: Goldene Ohrringe sollen einen weiteren Schutz vor schlechten Einflüssen bieten. Das Stechen der Ohrlöcher ist ein feierliches Ritual, der Schmuck wird dabei meist vom Bruder der Mutter, dem Onkel des Babys geschenkt.

Das Volk der Himba in Namibia bemalt seinen Nachwuchs mit roter Farbe. Dieses Ritual schützt nicht nur vor Insekten und der Sonne, hat aber auch eine symbolische Bedeutung. In Afrika steht die Farbe Rot für die Mitte des Lebens. Durch die Bemalung werden sie so in der Welt der Lebenden aufgenommen.

Geschichten über Mütter, die ihre Plazenta essen, haben auch wir schon gehört. In Kamerun wird diese auf der Türschwelle zur mütterlichen Küche verbrannt und im Garten der Familie  vergraben. Das schützt dem Glauben nach vor Unglück und ein Teil des Kindes soll auf diese Weise immer in seinem Elternhaus bleiben – auch wenn es längst erwachsen und ausgezogen ist.

Im Oman wird nach einem alten Brauch für jeden neugeborenen Sohn eine Dattelpalme gepflanzt. Diese wächst zusammen mit dem Kind heran und wird zu seinem ganz persönlichen Baum. Da Dattelpalmen etwa so alt wie Menschen werden, gelten sie als eine Art Lebensversicherung, da sie ihrem Besitzer sein ganzes Leben lang Nahrung bieten können.

Eltern in Afghanistan binden ihrem Kind die ersten vierzig Tage seines Lebens ein besticktes Band um den Kopf. Das soll dafür sorgen, dass das Baby eine große Stirn bekommt, was in einigen islamischen Kulturen für Intelligenz und Würde steht.

Böse Geister werden in Algerien dem Glauben nach vom Neugeborenen abgehalten, indem sein erstes Hemdchen nicht gewaschen, sondern in das Kopfkissen eingenäht wird. Der Schmutz soll die Geister fernhalten. Diesen rückt man im Jemen ebenfalls zu Leibe: Bänder, die das Baby eng um seine Arme trägt, sollen verhindern, dass die Geister das Herz des Neugeborenen erobern.

Welche Traditionen und Rituale zur Geburt kennt ihr noch? Wie habt ihr gefeiert? Erzählt es uns in den Kommentaren.