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Der Seed: Schubkarre 2.0

Über die bloße Funktion des Babytransports ist der Kinderwagen längt hinaus. Auf den Straßen sieht man heute kleine Hightech-Fahrzeuge, bei denen nichts dem Zufall überlassen wurde.

Die Geschichte des Kinderwagens beginnt vor über 800 Jahren. Damals wurden unsere Vorfahren als Babys in Schubkarren durch die Gegend gekarrt. Das allererste Gefährt speziell zum Transport für Kinder datiert das Museum für Kinderwagen auf Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Rechnung eines Tischlers aus der Zeit bezeugt, dass er für einen Kunden ein Wägelchen für dessen kleines Kind baute. Erst zu Beginn des 19. Jahrhundert wurde es in England Mode, mit Babys und Kleinkindern täglich durch die Straße zu flanieren. Inspiration dafür war der Stubenwagen, der den Babys im Hausgebrauch zum Schlafen diente und aus einem Korb auf Rädern bestand.

Ab 1840 stellte eine Fabrik in England zunächst Gefährte mit drei sehr hohen Rädern aus Eisen her, in dem die Kleinen jedoch nur sitzend transportiert werden konnten. Für Säuglinge wenig geeignet. 13 Jahre später meldete der Engländer Charles Burton das erste Patent für einen Kinderwagen mit dem etwas schwerfälligen Namen „Perambulator“ an. 1880 war es dann endlich so weit und der erste Kinderwagen mit Liegemöglichkeit kam auf den Markt: Ein rechteckiger Weidenkorb, montiert auf vier Rädern und mit einer Stange zum Schieben, wie wir es heute kennen. Tschüss, rumplige Schubkarre!

Auch in Deutschland begann wenig später die Firma Naether mit der Produktion von Kinderwagen. Nach Vorbild der Pferdekutsche bekamen sie eine Federung verpasst. Das Manko? Billig waren die Dinger nicht. Nur Familien der Oberschicht war ein Kauf möglich, bis sich auch ab 1920 langsam andere Schichten Kinderwägen leisten konnten und spätestens ab 1930 wollten keine Eltern mehr auf einen Kinderwagen verzichten.

Dann ging es Schlag auf Schlag:

50er Jahre – Technischer Fortschritt
Schluss mit dem Quietschen! Bei der Herstellung der Kinderwagen wurden erstmals Kugellager und Rohrfedergestelle verarbeitet, damit sich die Gefährte auch auseinanderbauen ließen. Damals eine tolle Neuerung, die vieles erleichterte, ist der Seed heute schon wieder einen Schritt weiter und lässt sich komplett falten. Auch überbaute Kotflügel und Rücklichter kamen auf. Wer da Pate stand? Das sich immer mehr verbreitende Automobil natürlich.

60er Jahre – Komfort wird King
Mit Schleusen zur Luftzirkulation und Polsterungen wurde zunehmend mehr Wert auf Komfort des Babys gelegt. Das wurde auch Zeit, denn bis dato stand vorallem der praktische Gedanke für die Eltern im Vordergrund und für die kleinen Fahrgäste bestand ständig die Gefahr, sich an Nägeln oder Klammern zu verletzen.

70er Jahre – Jetzt wird’s bunt
Jeans, Batik, Patchwork – Die Mode des Jahrzehnts findet sich auch in den Kinderwagenbezügen. Aufklappbare Panoramafenster sollten dem Baby mehr Sichtfreiheit auf seine Umwelt ermöglichen und Monogramme bedienten den Wunsch nach etwas Luxus.

80er Jahre – Ich geb Gas, ich geb Gas!
Flexible Kombiwagen, die sich zum Sportwagen umfunktionieren lassen, waren der neueste Hit. Die schrille Mode der 80er spiegelt sich auch im Design der Kinderwagen wieder und die Modelle wurden immer leichter und wendiger.

90er Jahre – Fitness und Spezialisierung
Kinderwagen gab es nun für verschiedenste Bedürfnisse. Mit der Fitnesswelle kamen die ersten Jogger auf, mit denen die Eltern auch mit Baby fit und aktiv bleiben konnten. 2000er Jahre – Darf’s ein bisschen mehr sein? Verstellbare Schiebestangen sind längst Standard. Für die meisten Kinderwagen gibt es jede Menge Zubehör wie Schirm, Wickeltasche, Fußsack, Moskitonetz, Regenschutz und und und.

Heute
Die oberste Priorität ist Multifunktionalität. Nach dem Baukastensystem lassen sich Räder, Gestell und Bezüge individuell zusammenstellen. Der Seed z.B. ist in 32 verschiedenen Farbkombinationen verfügbar, lässt sich zum Essen in eine Bistro-Position verstellen und mit Sportsitz oder Babywanne fahren.

Und in Zukunft?
Angesichts der rasanten Entwicklung der Kinderwagen-Technologie, erwarten uns auch in Zukunft zahlreiche Neurungen und Innovationen. Selbstfahrende Kinderwagen könnten in den nächsten Jahren serienreif werden. Mühsames Bergaufschieben wäre damit passé. Auch denkbar: automatische Bremsen, die nicht mehr per Fußhebel sondern mit Touchpad betätigt werden, wie es bei Autos schon etabliert ist. Automatisch schließende Sonnen- und Regenverdecks im Cabrio-Stil wären auch möglich. Oder gleich Solarzellen auf dem Verdeck, mit dem Strom erzeugt werden kann, der wiederum den Elektromotor zum Selbstfahren antreibt oder unterwegs Mamas Handyakku auflädt?

Sicher ist, dass Seed jeden Tag an innovativen Ideen tüftelt, um euch immer besseren Komfort zu bieten.