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Hygge: Der Dänische Weg zum Glück

Hygge, das kann mich nicht übersetzen, sondern nur umschreiben. Das dänische Wort bedeutet so viel wie „angenehm“, „gemütlich“ oder „nett“. Hygge ist eine Lebenseinstellung, die sagt: Genieße das Leben mit all seinen Facetten und in all seinen Zügen. Es geht darum, sich selbst und den Menschen um sich herum etwas Gutes zu tun, den Alltag schön zu gestalten und dafür zu sorgen, dass man sich wohl fühlt.

Der Weg zu Hygge verlangt die Fähigkeit, kleine Freuden des Alltags bewusst wahrzunehmen. Die skandinavischen Winter sind oft lang und dunkel. Mit Hygge macht man es sich an kalten Winterabenden daheim unter einer Decke gemütlich, trinkt ein Tässchen Glögg und zündet Kerzen gegen die Dunkelheit an. Im Sommer funktioniert Hygge selbstverständlich auch. Picknicke in der Natur, gesellige Grillabende mit Freunden, ein Nachmittag am See – Hygge ist der Gegenpol zum anstrengenden Arbeitsleben, in dem die Besinnung auf das eigene Glück oft zu kurz kommt.

Die Dänen sind Meister darin, diese Hygge-Stimmung auf Alltagssituationen zu übertragen und einzelne Momente ganz bewusst zu genießen. Hygge – das ist die Kunst, das tiefenentspannte Gefühl, das sich oft im Urlaub einstellt, mit in den normalen Alltag zu nehmen. Die Dänen sind offensichtlich gut darin und gestalten ihr Leben damit ein wenig glücklicher als die Menschen im Rest der Welt. Also: Von den Dänen lernen…

4 Tipps für mehr Hygge im Leben
1. Kerzenlicht statt Neonröhre: Jeder Däne verbraucht im Jahr rund 6 Kilo Kerzenwachs. Kerzen schaffen eine behagliche Stimmung und sorgen für Gemütlichkeit. Mit indirekten Lichtquellen fühlen wir uns in einem Raum gleich viel wohler und kommen besser zur Ruhe als mit einer grellen Deckenleuchte.
2. Zeit für Herzensmenschen: Oft ist man nach der Arbeit zu müde, um sich noch zu einem Treffen mit Freunden aufzuraffen. Und doch zehrt man von einem Abend mit guten Gesprächen und Gelächter viel länger, als wenn man diesen wie gewöhnlich daheim auf der Couch vor dem Fernseher verbringt. Einfach mal wieder Freunde, Geschwister oder die Eltern anrufen und in Ruhe mit ihnen schwatzen, einen spontanen Wochenendausflug unternehmen oder die Nachbarn auf eine Tasse Kaffee einladen. Quality Time eben.
3. Mehr Soulfood: Essen ist mehr als bloße Nahrungsaufnahme. Oft verschlingt man auf dem Weg zur Arbeit noch hastig ein Brötchen. Hygge bedeutet, sich Zeit zu nehmen und jeden Bissen zu genießen. Und sich vielleicht gelegentlich den Spaß einer ausführlichen Zubereitung zu gönnen. Eine Back-Session mit den Kindern oder ein ausgedehnter Sonntagsbrunch mit Freunden zahlen ordentlich auf’s persönliche Hygge-Konto ein. Ein Urlaub ist nicht in Sicht? Holt Euch ein Kochbuch mit Rezepten aus eurem Lieblings-Urlaubsland und entdeckt ein neues Gericht. Wer einmal das Nationalgericht der Dänen ausprobieren möchte, für den gibt es hier einfache Ideen für Smörrebröd: http://www.visitdenmark.de/de/daenemark/smorrebrod
4. Raus ins Grüne: Viele Skandinavier entfliehen dem Alltag gern mit einem Wochenendausflug in ihre Sommerhäuser in der Natur. Dies sind kleine, nur mit dem Nötigsten ausgestattete Hütten, in denen es sich herrlich entspannen lässt. An der frischen Luft und abseits des gewohnten Lebens bekommt man am besten den Kopf frei. Sich einfach öfter mal eine kleine Auszeit gönnen, das ist Hygge. Die Dänen sind eine Radfahrer-Nation. Tut es ihnen gleich, schwingt euch auf’s Fahrrad und erkundet die Gegend. Eine einzige Übernachtung jenseits der eigenen vier Wände reicht oft, um die Alltagswelt weit hinter sich zu lassen und frische, anregende Erfahrungen zu machen.

Wollt ihr mehr über die Glücks-Strategie der Dänen lesen? Dann werft einen Blick in „Hygge - Ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht“ des dänischen Autors Meik Wiking.