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Der Papilio im Daddy-Test

Den Kauf eines Kinderwagens haben wir in seiner Komplexität schon oft mit der Entscheidung für ein Familienauto gleichgesetzt. Zwischen den vielen Marken und Modellen den richtigen Daily Driver zu finden, ist ein umfangreichen Projekt für werdende Eltern. Die Hersteller präsentieren ihren Fuhrpark daher überall dort, wo sie kaufbereite Kunden vermuten. Bisher wurden dabei meist die Mütter als wichtigster Entscheidungsträger adressiert. Doch das verändert sich. Der dänische Hersteller SEED behauptet, die männlichsten Kinderwagen im Angebot zu haben. Daher sind wir jetzt den Seed Papilio zur Probe gefahren.

Der erste Eindruck
Angeblich entscheidet sich ein Mensch bei der ersten Begegnung mit einer anderen Person innerhalb von drei Sekunden für Sympathie oder Ablehnung. Ähnliches kennt man auch bei der Beurteilung von Produkten. Ob mir ein Auto gefällt oder nicht, entscheide ich meist mit wenigen Blicken. Und ohne eine Tür oder gar die Motorhaube geöffnet zu haben. Nachdem ich den Seed Papilio ausgepackt und mit wenigen Handgriffen zusammengebaut habe, betrachte ich das gute Stück und nicke zustimmend. Er ist ein bisschen anders als die anderen Kinderwagen. Das mag ich.

Details
Besonders auffällig ist die Sitzschale des Buggys. Mit der kreisförmig angelegten Vertiefung sieht der Sitz verdammt bequem aus und erinnert ein wenig an Star Wars. Das Material fasst sich toll an und macht einen hochwertigen Eindruck, die Farbe „grey melange“ ist genau mein Ding und insgesamt macht der Flitzer einen dynamischeren Eindruck als die meisten anderen wuchtigen Modelle. Mit gerade mal 12,2 Kilo ist er leicht zu handeln. Und mit unglaublichen 22 Zentimeter Höhe im eingeklappten Zustand müsst ihr Euch zumindest für den Wagen nicht extra ein neues Auto kaufen. Das handliche Leichtgewicht braucht nur ganz wenig Platz.

Design
Dänemark ist uns in vielen Dingen in Sachen Style, Optik und Design eine Nasenlänge voraus. Und natürlich könnt ihr euch auch den Seed Papilio ganz individuell zusammenstellen. Zu dem schwarzen oder chromigen Gestell gibt es die Sitzwanne in klassischem Schwarz, dezentem Grau, Weinrot „Marsala“ oder auch im trendigen „Sunshine Yellow“, knalligem Pink oder vielen weiteren tollen Farben. Die vier Gummiräder hängen auf schicken Fünfloch-Felgen und auf Wunsch gibt es den Lenker mit einem edlen braunen Leder-Überzug.

Modell-Varianten, Zubehör & Preise
Auf der Website von Seed findet Ihr vier vorkonfigurierte Modelle mit den Namen BERLIN, STOCKHOLM, MILAN oder LONDON. Wir sind auf der Testfahrt im edelsten Modell LONDON auf Achse, dem einzigen mit dem chromigen Gestell und braunem Ledergriff, damit auch die teuerste Variante. Starten tun die Komplett-Sets bei 898 Euro, die Deluxe-Version liegt bei 1.047 Euro. In allen vier Sets ist neben dem Gestell auch der Sportsitz und die Babywanne enthalten. Wenn Ihr den Seed Papilio dann noch aufrüsten wollt, steht Euch eine Menge Zubehör zur Verfügung. Die Shopping Bag, die Ihr auf den Fotos seht, liegt bei 49 Euro. Dazu gibt es Autositz-Adapter, diverse Sonnen- und Regenabdeckungen, Fußsack, Kleinkind-Einlage und Reisetasche.

Features
Das Handling des Seed Papilio ist ziemlich einfach. Der Griff lässt sich je nach Körpergrösse des „Fahrers“ ganz einfach verlängern. Und mit dem Klappmechanismus sind wir wieder bei Star Wars. Denn nachdem der Griff zusammengeschoben und angelegt wurde, werden alle vier Räder seitlich eingeklappt. Das ist nicht nur komfortabel, sondern erinnert an ein startendes Raumschiff. Mich zumindest…
Der Sitz und somit die Blickrichtung des Kindes kann in Fahrtrichtung oder zum „Steuermann“ ausgerichtet und sehr cool ist, dass der Sitz in vier verschiedene Sitz- und Liegepositionen gebracht werden kann. Gerade kleinere Kinder werden gern noch in den stabileren Kinderwagen mit Sportsitz transportiert und schlummern darin gern mal ein. Dann kann hier mit wenigen Handgriffen der Sitz in eine angenehme Schlafposition gebracht werden.

Wichtig ist uns auch immer eine grosse Ablagefläche, denn oft werden Einkäufe mit einem Spaziergang verbunden. Dann nervt es, wenn die Taschen und Tüten geschleppt werden müssen oder am Griff des Kinderwagens schlackern. Mit dem Einkaufskorb als Extra lässt sich ziemlich viel Zeug unter dem Sitz verstauen. Ohne dieses Extra steht leider nur eine glatte Ablagefläche zur Verfügung.

Auf der Piste
Der Seed Papilio fährt sich prima, dank feststellbarer Vorderräder können diese bei langer Geradeausfahrt fixiert werden. Die Räder eignen sich für jeden Untergrund und halten auch bei matschigem Boden recht gut die Spur. Auf Kopfsteinpflaster fehlte es minimal an Federung, da wackelte es etwas mehr als bei anderen Modellen. Aber auf diesem Geläuf ist man ja nur sehr selten unterwegs. Ansonsten lässt sich der Wagen entspannt mit einer Hand lenken. Und auch das Einklappen ist schnell und einfach möglich. Es empfiehlt sich, den Sitz oder die Wanne vorher abzunehmen. So lässt sich sich die Gestell-Sitz-Kombi so klein zusammenlegen, wie kein anderes Modell. Lässt man den Sitz dran, dann wird das „Paket“ zwar auch ziemlich flach, hat aber etwas größere Ausmaße und passt dann nur mit Mühe flach in den Kofferraum.

Fazit zum Seed Papilio
Der Kinderwagen Seed Papilio hält, was der Hersteller verspricht. Er kann individuell und nach eigenem Wunsch in edlen oder auch knalligen Farben zusammengestellt und mit reichlich Zubehör umfangreich aufgerüstet werden. Das gefällt dem Vater – und sicherlich auch der Mutter. Das Gestell aus Magnesium und Aluminium sieht edel aus und ist so leicht wie kaum ein anderer Kinderwagen. Dank der verstellbaren Liegeposition und dem Cocoon Sitz bietet er eine perfekte Sitz- und Liegeposition für Euer Kind. Und das Handling beim Spaziergang und Verladen ist ebenfalls schnell und einfach.

Wir sind gespannt, wie der dänische Hersteller des Seed Papilio sich in Zukunft auf dem umkämpften Markt der Kinderwagen platziert. Unsere Testfahrt macht auf jeden Fall Lust auf mehr.

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